THE UNIVERSITY OF ILLINOIS LIBRARY

430.5 ZED SES

RER gie

ia ses

a ee ee ee

been me VEE IE ENE NEET re PU PC ETTE

d 41

ny

University of Illinois Library

x —H

Beanie ae ER Zeitschrift

fiir

Deutsche Mundarten

Im Auftrage

des

Vorstandes des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins f und in Verbindung mit A. Bachmann, Th. Frings, Pr. Lessiak und F. Wrede

herausgegeben von

Hermann Teuchert

18, Jahrgang 1923 in 2 Halbjahrsheften

Heft 3/4: Festschrift F. Wrede Mit 4 Karten

Berlin Verlag des Deutschen Sprachvereins.} 1923

Iv Inhalt. Seito Th. Frings, Rheinische Sprachgeschichte, bespr. von Il. Teuchert. . . : 132

H.L. Rauh, Die Frankfurter Mundart in ihren Grundzügen dargestellt, bespr. von H. Teuchert. . . . 133

A. Götze, Proben hoch- und siedendeutschior Mundarted, Ant, yon ep Teu ikon 133 Fr. Seiler, Deutsche Sprichwörterkunde, bespr. von H. Teuchert . . . . 133 W. Peßler, Niedersächsische Volkskunde, bespr. von H. Teuchert. . ... 134 Fr. Seiler, Die Entwicklung der deutschen 'Kultur im Spiegel des deutscher

Lehnworts, bespr. von H. Teuchert . . . . se sinds 41130 Heinr. Baumgartner, Die, Mundarten des Berner ‘Bactanden “Verne von H.Teuchert .... 135

Rol. Martin, Untersuebunzen’s zur EN inoselfränkisohen EE und Theod. Greforath, Studien zu den Mundarten zwischen Köln, Jülich,

M.-Gladbach und Neuß, bespr. von H. Teuchert . . . 135 O. Broch og W. Selmer, Handbok i Elementaer Fonetik, bespr. v. H. Teuchert 136 Hub. Grimm, Plattdeutsche Mundarten, bespr. von H.Teuchert . . . . 136 Fritz Ileeger, Pilzer Kerve, bespr. von Othmar Meisinger. . . 137

Alfred Maderno, Die Deutsch - österreichische Dichtung der —— Basar

von Othmar Meisinger ZC —67 O. Meisinger, Bılder aus der Volkskunde, ee you E Kiick . SS eg Friedrich Zarncke, Das Nibelungenlied, bespr. von J. Bolte . . . 138 Ernst W. Selmer, Tonelag og tonefald i Bergens bespr. von Heat W.Selmer.: . 138 Thoodor Frings und —— Kuhnt, König Rother, and Zeg do GG Rother, bespr. von Georg Baesecke —— 139 S. Birnbaum, Das hebräische und wrantische Element in det Asien bespr. vonS.F. .... 141 A. Schröder, Die Ortsnamen im Atitsbéziik Dillingen, Beane: von Juriws MTGE “teh ave as, Sop Sag srac! ant Delikt een fe yh er em e d SE KUFZOARZOLZEN', An aku! en wa cox wet a ee 6 KEE E GEE “BRD ce E He ala) T ay Brienen AE editen A44

ZED Nr

Bildung des Zeitwortes in der Verbászer rhein- fränkischen Mundart.

(Beitrag zur Wortbildungslehre und Worterklärung.)

Vorbemerkung.

Vorliegende Arbeit bietet nur einen kleinen Abschnitt aus der Wortbildungslehre meiner Heimatsmundart.

Da ein Idiotikon (dessen Material die Grundlage einer solchen Arbeit bieten sollte) von dieser Mundart bisher noch nicht erschienen ist, war ich bestrebt, eine nach Möglichkeit große Anzahl Beispiele anzuführen und eine ausführliche Erklärung der einzelnen Wörter zu bieten. Der Wortschatz anderer (meist verwandter) Dialekte wurde wo es notwendig war zur Erklärung herangezogen, um so mehr, da wir im Alt- and Mittelhochdeutschen hierüber nicht immer AfifschluB finden.

Daß ich bei der etymologischen Worterklärung bestrebt war, in jedem Falle eine sichere Grundlage zu gewinnen, braucht hier nicht noch ausdrücklich betont zu werden.

Die Zahl der Verbalsuffixe ist in der Verbäszer Mundart wie auch in der Schriftsprache nicht groß. Die Bildungen haben gewöhnlich intensiven oder iterativen, selten diminutiven Sinn; mit der oftmaligen Wiederholung resp. dem Andauern einer Handlung ist häufig der Neben- sinn des Lästigen, Tadelswerten, der krankhaften Neigung verbunden.

Am häufigsten sind Handlungen der Bewegung und der Gehörs- empfindungen einer oftmaligen Wiederholung bzw. einer längeren Dauer unterworfen, so daß in der Mundart (welche überhaupt zur kraftvolleren Ausdrucksweise neigt) die meisten hierhergehörigen Zeitwörter ein der- artiges Suffix erhalten. Das einfache Verbum ist oft gar nicht üblich, dagegen sind nicht selten mehrerlei frequentative Bildungen eines und desselben Verbums nebeneinander gebräuchlich; auch Doppelsuffixe kommen vor.

1. Verba mit dem Bildungselement ‘/’.')

Diese Bildungsart hat noch Lebenskraft.

a) Am zablreichsten sind Verba für Bewegungen. Solche sind:

fegla Beischlaf ausüben, vgl. els. ML. I, 97: fégen 5; fitšlə neben einfachem fii33 (siehe $ 3, IV); hikla hinken, auf einem Beine hüpfen; mhd. hickeln hüpfen, springen; vgl. ferner pfiilz. Aut. 65: hikelen, nass. Kehr. 196: hickeln, els. ML. I, 317: héicklen und hickeren; hopla schaukeln (auf den Knien, auf dem Wagen), sich auf und nieder bewegen,

1) Vgl. Kluge, Wortbildg. Abr. § 5. Zeitschrift fûr Deutsche Mundarten. XVIII, 1923, 1

i Karl R. Jakob.

zu mhd. hopfen, hupfen; vgl. pfälz. Aut. 66: hobbele, nass. Kehr. 201: ` hoppeln, els. ML. 1, 361: hopplen, jextla leidenschaftlich jagen, zu gaxtf. Jagd; kaunklə (bisweilen auch kauklo) hin und her wiegen, schaukeln; hiervon das Adjekt. kaunklöz (kaukliy); verwandt mit folgendem: kauntsla schaukeln (auf der Kinderschaukel), Erklärung s. $3, IV; khötsla eine Last auf dem Rücken tragen; vgl. pfälz. Aut. 78: kooxe jem. auf dem Rücken tragen, nass. Kehr. 242: kozeln, dtsch.-lothr. Follm. 307: kotzen (khétsa) mit der ‘Kotz’ tragen (Kotx Hotte, Rückenkorb), Ottw. Sch. 127: khötsələ mühsam einhergehen, gleichsam mit einer Traglast be- laden (nach ihm zu kotx < md. kotxe Riicken; vgl. noch pfiilz. Aut. 74: keex ,.hurhess. Vilm. 221: Aoexe. Auch im Verbäszer Dialekt bezeichnet das Wort khets f. eine Vorrichtung, in welcher eine Last auf dem Rücken getragen wird; kipla im Weinbau vom Abschneiden der Reben an den Spitzen; vgl. dtsch.-lothr. Follm. 204: gippen neben Gipp Gipfel; wohl zu der in nhd. Gipfel enthaltenen Wurzel: mhd. gupf Spitze, Gipfel (siehe aber auch D. Wb. V, 7851); tsūkneplə zuknöpfen; fəkuiplə zum Knopf ineinanderschlingend verbinden, mhd. knüpfen; (rum-)knotla langsam arbeiten, nicht zu Ende kommen; vgl. pfälz. Aut. 77: Imoddele, nass. Kehr. 237: /motteln, knutieln, els. ML. I, 509: knotteren, Rappen. Meising. 75: knoloro. Nach D. Wb. V, 1515 zu ganz gleichbedeutendem isl. nudda (hierzu: bayr. Schm. I, 1775: notteln, Kreis Ottw. 48: nuddeln langsam arbeiten); faknusla (tsamə-kn.) an Kleidern, Stoffen u. dgl. Falten drücken, tronrum-kuusla die Speisen ohne besonderen Appetit zerquetschen; ahd. chnussan, cnusen stoBen, schlagen, mhd. (13. Jh.) knutschen zusammendrücken, zermalmen; vgl. nass. Kehr. 237: Inuscheln, 425: verknutschen, kurhess. Vilm. 211: knutschen, knutschlen; kratsla klettern (Erklärung s. $ 3 IIb!); nökrivlo nachgrübeln, ahd. grubilön; fakrumpla faltig machen, zerknittern, zu ahd. chrumben krumm fhachen; vgl. pfälz. Aut. 81: verkrumbeln, nass. Kehr. 249: verkrumpeln; kutsla refl. sich zu Bette legen, im Bett warm zudecken (v. Kindern) zu gleichbedeutendem kutšo refl. (kutš oder kutšl tiy, mei khint!), vgl. pfälz. Aut. 59: gusche, gutschle, els. ML. 1, 239: guschen; aus frz. coucher; liplə (aus einer nur wenig Flüssigkeit enthaltenden Flasche) langsam, in kleinen Zügen (und nur wenig) trinken; vgl. D. Wb. VI, 159: lippen ablautender Form zu lappen schlürfen, lecken; ebenda 1060: lippern, 1058: lippeln (siehe auch $ 2a unter: lepra); motsla Kinder auf dem Rücken tragen (siehe oben: kkhotsla); in früheren Zeiten trugen die Lein- wandträger, gewöhnl. Slowaken (daher: leömel$lavako), ihre Ware in einem aus Leinwand geformten Rückenkorb von Haus zu Haus »leimöts ... leimots« rufend. Zu Kindern, wenn man sie auf dem Rücken tragen will, sagt man: Ahum leimots, met khint! oder: khkum, iy mots (oder mötsl) tig! Vermutlich gehört es zu folgenden Wörtern: nass. Kehr. 283: motzxeln sich in warme Kleider hüllen und Motzen Frauenwams, kurhess. Vilm. 272: motzeln heiml. beiseite bringen, Pfist. 181: motzeln heiml. tun, sich warm kleiden, Motxe weibl. Wammes; nunr-müflo die Speise langsam

Bildung des Zeitwortes in der Verbäszer rheinfränkischen Mundart. 3

zerdrücken (von alten, zahnlosen Leuten), vgl. pfälz. mxfle mit vollen Backen kauen, els. ML. I, 682: vermumpfelen 1. langsam verkauen, 2. un- deutlich reden, halbe Wörter verschlucken, (damit im Ablautsverhältnis) ebendort I, 681: mamplen kauen, zerbeißen [vgl. noch schweiz. St. T. 4, 231: mampfen behaglich essen, hörbar kauen; daselbst 4, 233: mumpjflen (< mumpfen) behaglich kauen]; in-mumlo in Kleider, Tücher u. dgl. warm einhüllen, /a-aumla durch viel Kleider entstellen, vgl. D. Wb. VI, 2662, zu: mummen,;, nunr-munkla mit zahnlosem Munde kauen, vgl. D. Wb. VI, 2696: munkeln < munken 1. heimlich essen; nisl» fein regnen; vgl. pfälz. Aut. misele f. regnen, D. Wb. VII, 835: nieseln fein, nebelartig regnen; nistla herumsuchen, sich unruhig hin und her bewegen (im Bette), dann: önnistla refl. langsam viel Kleider an- legen; zu mhd. nisten eigentl. Nest bauen; pamplo baumeln, frei schweben, schlaff herabhängen; vgl. pfälz. Aut. 16: bambele, dtsch.-lothr. Folm. 21: bamplen (siehe auch S. 6: pempla!); partsla purzeln, mhd. burzeln < burzen; pekla (zu paka) oft (viel) backen; rum-phitla tändelnde, kleinliche Arbeit tun (am esa rumphitla daran nur ‘herum- fingern, ohne rechten Hunger oder Appetit essen), vgl. nass. Kehr. pitteln, pütteln, pittern an etw. mit den Fingern zupfen, langsam etw. tun, z. B. an der Nase, auf dem Kopf, im Essen; Westerw. Id. 138: pitteln, pütleln, pühteln mit der Pfote an etw. hantieren, sanft zupfen, nicht herzhaft essen; kurhess. Pfist. 204: piddelen Vorstellung eines tändelnden und spie- lerischen, auch wohl zögernden Verrichtens; F. Kramer, Idiotismen d. Bistritzer Dial. 101: pedern mit den Fingern ah etw. zupfen, daran ar- beiten. Zu demselben Stamme gehört wohl auch unser phitra langsam, tropfenweise regnen!) (siehe $ 2a). phutla. (beim Waschen) mit den Händen im Wasser herumfahren (fa tüst niks v7 phutla un vesa!; pet tena hat mr ta kantsa tak im vasr rumtsaphutla!), vgl. Westerw. Id. 150: putteln, puhteln (zu Put Pfote) dasselbe; pipla gerne den Wein trinken; vgl. els. ML. II, 73: böbsen (pipsa) im Wirtshause trinken, schweiz. St. T. 4, 922: bibelen oft, doch nur in kleinen Zügen trinken (scherzhaftes Klosterwort zu lat, bibere, bibulus); rum-pitsla wiederholt putzen, wischen, reinigen; zu: putso putzen; posla geringfügige, aber verhältnismäßig mühsame Arbeit verrichten; vgl. pfälz. Aut. 25: bössele, 108: possele; nass. Kehr. 90: hosseln; els. ML. I, 103: bosslen, boslen (kurz und lang); gehört zu mhd. bözeln klopfen, schlagen, von bözen (12. Jh. bozzen): schon mhd. (Lexer) bözel-arbeit in Kleinigkeiten bestehende Arbeit, Arbeit für wenige Tage (15. Jh. bosselarbeit); pötslo an Kleinigkeiten lange herumarbeiten {vas potslsin to rum? pötst [einf. Verb.!| mr to kantsa tak rum un vert net fertiy!), zu gleichbdtd. pöfso, welches höchstwahrscheinlich eben- falls zu mhd. bözen gehört; prdtsla (beim Waschen) im Wasser herum-

1) Vgl. hierzu noch das englische Wort to piddle, welches dieselben Bedeutungen aufweist (nach Muret-Sanders, Engl. Wb.): 1. Kindersprache: pinkeln; 2. vulg. regnen; 3. (veraltet) sich mit Kleinigkeiten abgeben, tändeln, spielen; 4. kleine Bissen nehmen, obne Appetit essen.

18

4 Karl R. Jakob.

arbeiten (tī han im tsa pritsla!; to mus mr imr pritsla un vesa/), man stellt es zu mhd. *britze in britzelmeister und .britzel slahen; karextla vorbereiten, bereit machen (praustiy kar net karextla truf, krīšts tox net!; ti nara alas hinkareytla, pis o khum, maxamrs), zu: mhd. ge- réhten, geréchten bereit und zurecht machen, fertig machen, meist refl.: sich fertig machen, rüsten; riplə, aufrühren, vorhalten, vorwerfen (mer tut te alta trek net imr ripla!), vgl. pfälz. Aut. 116: rippele in Er- innerung bringen, aufwärmen, 114: räwle vorwerfen, nass. Kehr. 330: rippeln refl. sich auflehnen, murren; oberhess. Crec. 2, 695: rippeln sich etwas rühren, regen, gegen einen stärkeren auflehnen, dtsch.-lothr. Follm. 415: ripple regen, bemerkbar machen, mucksen, els. ML. II, 239: rifflen, ufrifflen aufhetzen; vgl. mhd. raffen, reffen, riffela und nd. reppen; riplə, wiederholt reiben (Wäsche; z. B. khantšt riplə!; noxəmōl vert tes tarykaripli!), gehört nicht zu reiva reiben, da hiervon: rivla (siehe unten), sondern wohl zu (D. Wb. VIII, 1529): rüpfeln von rupfen an etw. reißen, zupfen, ziehen, zerren; risla rieseln, körnchenweise niederfallen, mhd. riselen in leichten Tropfen niederfallen, tropfenweise regnen, zu mhd. risen fallen, regnen; vgl. els. ML. II, 286: risen lang- sam und vereinzelt niederfallen, 287: ris(e)len fein regnen; rivlo mit den Fingern zerreiben, zu riben (wie risle mhd. riselen : mhd. risen), vgl. pfälz. Aut. 116: rřwle, nass. Kehr. 328: riwweln, kurhess. Id. 325: ribbeln (davon rivlyar pl. zerriebene Teigstückchen, rivlsup Suppe mit eingekochten zerriebenen Teigstückchen); ruykla sich rollend fort- bewegen, fortrollen, vgl. els. ML. II, 244: rug(e)len rollen, fortrollen, walzen, Rugel rollende Kugel; Kreis Ottw. 52: rugeln rollend bewegen (bair. neben rugelen auch riickelen). Nasalierung wohl infolge assoziativer Fernewir- kung von runt rund; ufrutla aufrütteln, mhd. rutlen, ruteln zu md. (14. Jh.) rutten zerriitten, zerzausen; Sitlo schütteln, ahd. scutilön; Smuntsla schmunzeln, lächeln; zu md. (14. Jh.) smunzen; snufla schnüffeln, vgl. els. ML. Il, 495: schnufe* atmen, 496: schnuffle* suchen, stöbern, seine Nase überall habend; Sokla schaukeln, wiegen (Kinder), vgl. pfälz. Aut. 128: schockele, nass. Kehr. 364: schoekeln; zu mhd. schoeken sich schwingend bewegen, wiegend tanzen, mhd. schocke Schaukel; ausnanrspratls ausbreiten, breit hinlegen, die Beine auseinanderstellen (davon das Adj. spratipeniy), ahd. spratalön; Sprentsla besprengen (siehe § 3, IIb); Strampla strampeln, Iterativbildung von ‘strampfen’; $trutlo flüchtig, obenhin arbeiten; vgl. pfälz. Aut. 139: struddele, nass. Kehr. 397: strudeln, kurhess. Pfist. 290: sirudeln schnell und undeutlich sprechen, strulle eilen, els. ML. II, 626: struttle, bair. Schm. strütten, strotten, strodeln, strudeln; tsamə-šrumplə zasammenschrumpfen; raus-Svapla über den Rand eines Gefäßes schlagen (von Flüssigkeiten), überfließen; vgl. nass. Kehr. 372: schwappeln, schwappern, schwappchen, els. ML. II, 528: schwappen, überschwappen, cf. D.Wb. IX, 2279: schwap- peln < schwappen; $ventsla den Leib auf gezierte Weise schwanken lassen, zu mhd. swanzen < *swankezen; tarkla taumeln, mhd. torkeln

Bildung des Zeitwortes in der Verbäszer rheinfränkischen Mundart. 5

hin und her schwanken, zu ture schwankende Bewegung; rumthöpla ungeschickt an etw. hantieren, herumtappen; vgl. els. ML. II, 698: täpen, töpen mit der Pfote schlagen, kratzen, tasten, ungeschickt mit den Händen angreifen, vgl. mhd. täpe f. Pfote, Tatze; tiftla tüfteln, sich bei einer Arbeit mit Kleinigkeiten abgeben, nach Weigand D.Wb. zu mhd. tiifteln . schlagen, klopfen), das wohl zu tupfen gehört; trisla drängen, an- treiben zu etw. (ler trislt in emfart, lost mr khe ra’), zu mhd. driezen drängen, treiben, drohen (vgl. D. Wb. II, 1409); tristla durcheinander- treiben (fer tristlt sa konuyk:!), mhd. trüfteln durcheinanderschlagen, rühren, Var. trüstelt und das scheint die richtige Form zu sein (Lexer), mhd. trüsteln, trüstern vannare; tumla refl. tummeln, eilen; nach Kluge E.Wb. zu mhd. tümeln < tümen, ahd. tümalön < tümön sich drehen; vaklo wackeln, spmhd. wackeln neben wacken (das seinerseits wieder Intensivbildung zu wagen ‘sich bewegen, schwanken’ ist); vivla Um vavla sich lebhaft durcheinanderbewegen (hauptsächlich vom Ungeziefer, z B. t6 vivlt un vavlt alas! da regt und bewegt sich alles). Diese Verba stehen im Ablautsverhältnis und sind wohl verwandt mit ahd.’ weibön sich hin und her 'bewegen, vgl. ferner mhd. wibel, ahd. wibil Kornkäfer; favurstla in Unordnung bringen, verwirren; vgl. nass. Kehr. 433: ver- wursteln, 448: worsteln, wursteln und in derselben Bedeutung wursten; els. ML. II, 857: wurstlen, inwursten, inwurstlen; rum-tsotla lang- sam arbeiten, falsotlo zerstreuen, zu mhd. zoten langsam gehen, schlen- dern, in Zotten niederhangen; vgl. els. ML. II, 920: zottlen schlendern, umherschweifen, daselbst S. 921: verzottlen, xotteren verstreuen; tsovla hin und her zerren (bildlich zanken), zu isopsa zupfen; tsuklo langsam (in kleinen Zügen) saugen, lecken; zu mhd. suggeln; vgl. nass. Kehr. 456: xuckeln, kurhess. Vilm. 407: suckeln, dtsch.-lothr. Follm. 514: sueklen, els. ML. H, 346: suckeln, 895: vugen (tsùka); tsutsla saugen (siehe $ 3, IIb); t$ipla jem. (z. B. an der Brust greifend) schiitteln, beuteln; wohl eins mit els. ML. II, 774: fschuppen an den Haaren ziehen, raufen, neben: Tschupp Haarschopf; cf. D.Wb. Schippel Büschel Haare (zu ‘Schopf’); vgl, hierzu die Redensart: wan iy tiy am tšipl krt! wenn ich dich am Schopfe (am Kragen) fasse! ~ khurglo (auf der Straße) herumfallen, z. B. fer khurglt imr uf štrös rum, d.h. er ist immer unterwegs; vgl. Ph. Lenz, Handschuhsheimer Dialekt II, 14: khorzin dahin rollen (nach ihm wohl aus *gehurgeln zu mhd. hurgen heranwalzen), els. ML. I, 467: karchle, keurchle röcheln, schwer atmen, 432: kulleren rollen, wälzen; vgl. D. Wb. V, 1619: kullern (oberpfälz. hürlen, horlen, hurgelen); faknupla eine Handarbeit schlecht machen, die Näharbeit zusammenziehen, verknoten; vgl. knupa m. knupr m. Knoten, Verdickung; kritsla kritzeln, zu mhd. kritzen, abd. krizon einritzen. T.a.n.

b) Zeitwörter für Geräusche.

Diese Gruppe ist oft in enger Berührung mit der oben dargestellten, indem das Geräusch als Folge- und Begleiterscheinung einer Bewegung

6 Karl R. Jakob.

aufgefaßt wird. Dies tritt deutlich aus einigen Beispielen hervor, welche sowohl die Bewegung, wie auch das Geräusch bezeichnen, wobei einmal der eine, andersmal der andere Begriff vorherrscht. In diesen Fällen liegen oft Verba zugrunde, die ursprünglich die Tätigkeit einer Bewegung bezeichneten.

Zu dieser Gruppe gehören: Aliylo vom Sausen des Ohres, ‘klingen’ (wel or kluylt mr?); knervla nörgeln, unaufhörlich verdrießlich tadelnd brummen, vgl. pfälz. Aut. T7: Imerbele, kurhess. Vilm. 210: knarbeln, kner- beln, knerweln; ebenso els. ML. I, 508, dtsch.-lothr. knurwelen; vgl. D. Wb. V, 1352: knarpeln, knarpen, knirbeln, knerpeln, knorpeln, knorpsen u. a.; krerkla vom Achzen, Schreien kleiner Kinder (siehe auch $ 3, la: kverksa); vgl. pfälz. Aut. 110: querche, nass. Kehr. Nachtr. 42: querkelu, kurhess. Vilm. 309: guerzen, Pfist. 218: querkeln, els. ML. quërze; vel. D.Wb. V4I, 2316: quargeln, quergeln, 2318: quarren, 2317: quarken (hd. *quar- chen, quarchen: quarren schnarchen: schnarren); ahd. quéran, kérren; paplə schwatzen, plaudern; vgl. mhd. paperen schwatzen; pempla i. bimmeln, mit kleinen Glocken läuten, 2. #7 tseit fapempla ohne nütz- liche Beschäftigung die Zeit verbringen (im Nassauischen: die Zeit ver- pampeln), gehört wohl zu pamplo baumeln, schlaff herabhängen; vgl. pfälz. Aut. 16: bambe,. bämbele schlecht läuten, so daß die Glocke nur bimmelt; dtsch.-lothr. Follm. 22: bämplen langsam und schlecht läuten, bimmeln: Kreis Ottw. 31: bamplen, bämplen die Glocke anschlagen: petsla die Pantoffel schleifend und daher geräuschvoll gehen (les khumt kepetslt mit te Slupa!) zu patsa; prepla verdgießlich murren, vor sich ‘hin brummen; vgl. nass. Kehr. 311: prebeln, -i- brammen, zanken (nach ihm drückt rhein. propeln auch den Laut des Wassers aus, das zu kochen anfängt; pfälz. Aut, 26: brebele, pröbeln keifen, nörgeln; kurhess. Vilm. 52: brebeln, pröbeln halblaute, kleinliche Vorwürfe machen, verdrießlich mä- keln; Nebenform hierzu kurhess. (a.a. O.) brekeln, els. ML. II, 183: bréglen in siedenden Fett mit Geräusch braten, neben brogen (8.184) mürrisch sein, reden, zu mhd. brogen, dann bröglen braten, schmorren, bildl. murren, schwatzen; prodla, predla, pretsla, prutsla Bezeichnung des Tones, welchen bratendes Fett von sich gibt, prutla im Kochen geräuschvoll aufwallen (Wasser). Es sind Abkömmlinge desselben Stammes; vgl. mhd. brodelen neben brudeln zu spmhd. prod, ahd. prod Brühe; cf. pfälz. Aut. 27: bröxzele, bruddele, nass. Kehr. 97: brutzeln (-o-, -i-), 98: bruddeln: kur- hess. Vilm. 55: brixeln, britzeln, bretxeln, 57: brotxeln, bréxeln; Ottw.

< ! x D *

Scholl: brudala, brutsala; prumla < prumə brummen, murren, nör- geln: rapla rappeln, von rappen, der md. Form zu raffen; raslo rasseln, von mhd. raszen; —- r7pla leises, schnell vorübergehendes Ge-

räusch verursachen, rascheln (im Gebiisch, Laub, Stroh, Rohr, Papier u. dgl.); pfiilz. Kühn 250: rischbele, nass. Kehr. 330: rischpeln, ruspeln; nach D.Wb. VIL, 1043: rispeln Iterativ zu vispen, mhd. rispen, verwandt sind respen und raspen, vgl. noch spmhd. rispe f. Gezweig, Gesträuch; rosla schwer Atem holen, röcheln, nach D.Wb. rosseln zu ahd. rùzan;

-

Bildung des Zeitwortes in der Verbászer rheinfränkischen Mundart. 7

Sleplo == petsla (siehe oben), vgl. D.Wb. IX, 487: schlappen sehlaff sein, lose hangen, ferner: Verb. lapa Pantoffel; stotla (infolge Sprach- fehlers) stockend sprechen, zu nd. stöten stoßen, nhd. stottern; svatla schwatzen, zu viel sprechen, mhd. swateren rauschen, klappern, spmhd. swaderer Schwätzer; fetsla tiitscheln, zu mhd. tetschen; thotla aus Angst oder Verlegenheit stottern, stammeln; pfälz. Aut. 35: dottle, dottern stammeln, stottern, 30: daddere viel schwatzen: nass. Kehr. 406: Zotteluw stottern, 115: dotterm in Angst sein; kurhess. Vilm. 67: datlern, daddern “schnattern, viel sprechen, Pfist. 47: verdaddert verworren (im Sinne), 52: doddern aus Unruhe ängstlich sein (nach ihm im Ablautsverhältnis mit daddern, was sowohl schnattern als stottern besagen kann); oberhess. Crea. 1, 253: dattern, dadern schnattern, viel und einfältig reden, todern un- deutlich reden, stottern, in Angst sein; els. ML. II, 727: dottlen langsam gehen, 725: dattlen stottern, datieren stottern, schwatzen, beben vor Angst, 130: dutiern vor Kälte zittern, bange sein; dtsch.-lothr. Follm. 77: taddeln, daderen, 81: tatteren schwatzen, datteriy zitternd, furchtsam, 97: totteln stottern, ¢uddeln stottern, unverständlich sprechen. Die Bedeutungen 1. stöttern, 2. in Angst sein, 3. unverständlich viel sprechen stehen oft nebeneinander, so daß tkotlo stottern, Zhadro viel sprechen (siehe § 2b) und Zodriy ängstlich, furchtsam von demselben Stamme herrühren:; vgl. D.Wb. Il, 828 (dattern), II, 1315 (dotiern) und vielleicht mhd. tateren; trudla leiernd singen; vgl. els. ML. II, 742: truden, trutten blasen, trom- peten, ¢trudlen, truttlen auf einem Blasinstrumente spielen, insbesondere einer Kindertrompete, ein Lied ableiern, Zrud Kindertrompete, Blasinstru- ment; tutsla heimlich flüstern; vgl. nass. Kehr. 422: verdutscheln ver- ` heimlichen, heimlich verkaufen, kurhess. Vilm. 81: dutscheln heimlich etw. tun, etw. verbergen; dtsch.-lothr. Follm. 91: dutscheln Heimlichkeiten aller Art treiben; zu mhd., tuschen verbergen, Verbäsz fatuss verheimlichen; ratslo schwatzen, zu wackeln, wanken, mhd. wagen (P.B.B. XIV, 461).

c) Zeitwörter für Lichterscheinungen sind hier, sowie auch mit an- deren Verbalsuffixen sehr selten.

Hier ist zu erwähnen: pliyklo blinken (avr leit, tes pliyklt!), ` meistens: pliyklo un playkla blinken (o pliyklis un playklts!), vgl. nhd. blinken und blank.

d) Zeitwörter für andere Tätigkeiten: ausfarsla ausforschen, aus- fragen; fepla (< fopa) foppen; faxla phantasieren, zu frühnhd. fasen, ahd. fasòn; fusla betrügen (beim Kartenspiel), vgl. nass. Kehr. 147: fuschen, fuscheln; kurhess. Vilm. 111: fuckeln, fuscheln; dtsch.-lothr. 178: futschle, 176: fuckeln; vgl. D.Wb. IV,, 960: fuscheln, 1064: frischen; fahetsla verwöhnen, allzu zärtlich behandeln; nach Paul, D.Wb. wohl aus halschen gleiten (mit den Füßen), streicheln (mit den Händen); fa-khotla heimlich vertauschen, verhandeln; vgl. nass. Kehr. 241: kotzeln (kutscheln) ohne Erlaubnis, ohne Recht etw. heimlich verkaufen, ver- tauschen, 427: verkutscheln, verkutteln, verkutzeln heimlich verkaufen; vgl. D.Wb. V, 365: kauten, ferner mhd. verkiuten und Verbisz fakhitsa;

8 Karl R. Jakob. Bildung des Zeitwortes in der Verbäszer rheinfränkischen Mundart.

krusla unpers. (s kruslt ëm tafor) \eise schaudern, Furcht, Grausen emp- finden; zu mhd. grüsen; famopla schimpfen, spotten über jemanden; vgl. D.Wb. IV, 2524/5 unter Mops < moppen das Gesicht verzerren, obd. mupfen die Nase rümpfen, spotten; munklə heimlich reden, auf heim- liche Weise Gerüchte verbreiten; älternhd. muncken heimlich sprechen; nexla tadeln, Ausstellungen machen (fü nexlst ivr alas, ter is niks küt

kanuyk!), vgl. nhd. näseln durch die Nase reden; patsla (< patso) wiederholt patzen, pfuschen (fo toktr patslt onem rum un ves net vas em felt!); fo-prasla verprassen; fa-$tekla verstecken, verbergen;

pa-tapla begreifen, verstehen (tx han tes netso kleiy pataplt .. .); vgl. pfälz. Aut. 18: bedäbbele bedenken, überlegen, begreifen; nass. Kehr. 73: betappeln eigentlich anrühren, fassen, figürlich. begreifen (zu Tappe, tappen); rumtransla langsam eine geringfügige Arbeit verrichten und dabei nicht vorwärtskommen, fatrantsla die Zeit unnötig verbringen, das Geld unnötig wegschaffen; vgl. nass. Kehr. 407: tränscheln, trânsen, trästern langsam sein, die.Zeit vertranzen, tränscheln sich mit unnötigen Kleinigkeiten abgeben und dabei nicht vorwärtskommen; kurhess. Pfist. 297: transen, transcheln, transtern; fa-tukla verheimlichen, unter- drücken; vgl. nass. Kehr. 432: vertuckeln; kurhess. Pfist. 58: verduckeln hehlen, bemänteln; dtsch.-lothr. Follm. 110: ducklen (< ducken) sich ducken, verstecken, heimlich tun; vgl. Verbisz taka refl. sich zusammenkauern, verstecken.

e) Das Suffix hat oft ausgesprochenen diminutiven Nebensinn:

_feryzla kleine Furchen (vgl. ferxlgor) ziehen (ey ta tt lenr feryla far krintseiy

Se

önpaus); heifla Häuflein aufwerfen (z. B. ta kukruts, to krumper» heifla); faheklo klein zerhacken; hekla häckeln (kleine Haken machen); klekla mit einem Glöcklein läuten = klingeln; hipsla (<< hupso) kleine Sprünge machen, küpfen; hrstla hüsteln; kreyla (< kraxo) wiederholt leise kracheu (vom Feuer z.B); rauspatsl» vom wiederholten leisen, patschenden Schlag über den Rand eines Ge- fäßes herausfließenden Wassers (< rauspatso, wenn mehr Wasser mit kräftigerem Schlage herausflieBt); Sukla (< suka) wiederholt leicht hin und her schleudern (must omöl s mel hinunher sukla, sunst verts nox paliy!); tentslo tänzeln (mit kleinen Schritten tanzen); rumthepla (< rumthapa) in kleinen Schritten hin und her gehen; trepsla in kleinen Abständen tröpfeln (< trepsə rasch aufeinanderfolgend tröpfeln).

Anmerkungen.

1. Der Typus ‘nach etw. schmecken oder riechen’ (siehe Kluge a.a. O. § 5a) mit dem Suffix ‘7’ hat obd. Gepräge; in der Verbäszer Mda. er- scheint es nur in einem Verbum: xiftla übel, unangenehm riechen (vas niftltn to?; avr leit, to nifilts!); vgl. els. ML. I, 654: müfflen modrig, faul riechen < muffen dasselbe; dagegen finden wir die md. Bildungsart: pfälz. Kühn. 245: muffxe übel riechen, Rappenau Meising. 105: mu/ffxiy nach Schimmel riechend, Ottw. Scholl. 132: miftsa, mifo modrig riechen:

Peter Pfeifer. Die mittelhochdeutschen Umlauts-e usw. 9

vgl. D. Wb. VI, 2624: muffeln, miiffeln, VI, 2625: muffen, miiffen'). Anzuführen ist hier noch das Zeitwort: s Smekslt (< smeka) es hat einen unangenehmen Beigeschmack, worin beide Suffixe (‘s’ und ‘?’) erscheinen; vgl. Kirn Kirchbg. 150: $mekso, nass. Kehr. 355: schmäckseln.

2. In denominativen Zeitwörtern erscheint häufig das Suffix ‘l’, die einfachen Verba hingegen sind nicht gebräuchlich: fahöklo (zu höko m. Haken), z. B. eine Näharbeit mit falschen Stichen verderben; ün-kartls (zu kärta m. Garten) im Garten säen, Pflanzen anbauen; in-proklə (zu proka Brocken) einbrocken; insekla (zu sak m. Sack) einsacken.

3. Das ‘!’ hat mit dem Suffixe nichts zu tun, sondern ist infolge Dissimilation entstanden: infedla Faden einziehen (< mhd. vedemen), läjklo leugnen (< mhd. löugenen), rexla mit dem Rechen arbeiten (< mhd. rechenen), triklo trocknen (< mhd. trückenen), reisla tünchen (< mhd. *wizenen).

Sárospatak (Ungarn). Karl R. Jakob.

(Schluß folgt.)

Die mittelhochdeutschen Umlauts-e der südbairischen Mundart des Reggelberges.

Der Name Reggelberg bezeichnet jene im großen und ganzen durch geschlossene landschaftliche Eigenart ausgezeichnete Hochebene südöstlich von Bozen in Südtirol, über die sich die beiden Gemeinden Deutschnofen und Aldein ausbreiten. Von manchen wird auch noch die nordöstliche Nachbargemeinde Welschnofen in den Namen Reggelberg mit einbezogen. Die allgemeine Auffassung ist das nicht; möglicherweise spiegelt sich aber darin die Erinnerung an ein ehemaliges engeres Gemeinschaftsver- hiltnis. Hier begreifen wir unter dem Namen bloß das Erstreckungs- gebiet von Deutschnofen— Aldein, das sind insgesamt 17522 Hektar Fläche mit 3341 deutschen Einwohnern.?) Unsere Gemeinden liegen unmittel- bar an der Sprachgrenze, vom romanischen Fleimstal durch den breiten, unbewohnten Hochgebirgszug Latemar— Zanggen—Schwarzhorn mit seinen Fortsetzern geschieden. Nach dem Norden und Westen zu schließen sie sieh an die deutsche Nachbarschaft des Eisack- und Etschtales.

Die Mda: dieser Gegend zeigt den Sekundirumlaut*) mhd. d, @ im Gegensatz zur gemeinbairischen Vertretung a ‘auf ursprünglicher Ent-

1) Über den ‘t’-Einschub und m>r im Anlaut vgl. els. ML. I, 648: mediechtelen, 754: miiechelen, niiechtelen nach Schimmel, Moder riechen << weuchen, müchen (vgl. D.Wb. VI, 2604). 5

2) Nach dem Spezialrepertorium von Tirol und Vorarlberg VIII. herausgegeben rop der kk. statistischen Zentralkommission, Wien 1917.

3) Was die Bezeichnung der beiden Umlaute aulangt, so wird hier unter primäre die’ geschlossene, unter sekundärem die übertroffene mhd. e-Qualität verstanden, ob

= a

10 Peter Pfeifer.

wicklungsstufe in e-Formen, eine Erscheinung, die im übrigen bairischen : Sprachgebiet nur noch in wenigen Resten vertreten ist. Schon Schatz hat in der Tirolischen Mundart S. 34 die Grundzüge dieser -Sonderent- wicklung umschrieben. Ihr Verbreitungsgebiet reicht jedoch über den bezeichneten Umkreis Deutschnofen—Eggental hinaus, es erstreckt sich über den ganzen Umfang der beiden Gemeinden Deutschnofen und Aldein. Die Entsprechung @ fiir mhd. ez hingegen ist eine besondere Eigentüm- lichkeit der beiden Fraktionen Eggental und Deutschnofen der Gemeinde Deutschnofen, die Fraktion Petersberg und ganz Aldein haben wie die übrige Umgebung das bairische ga.!) Dagegen verbreitet sich der Ge- brauch der Pluralform des Pron. der 2. Pers. im Nom. dar ihr wieder über beide Gemeinden und schließt überdies Welschnofen ein, gehört also dem Reggelberg in seiner weitesten Ausdehnung an. Die Pluralform erscheint bloß im Nom., die übrigen Kasus stellt der Dual bei: eykyar, eyky euer, euch.?) Damit ist angedeutet, daß das Verbreitungsgebiet der e-Ent- sprechung für den Sekundärumlaut im übrigen keine einheitliche Mda. aufweist. Immerhin sind die durchgehenden mundartlichen Züge des ganzen Reggelberges so zahlreich, daß sie sich gegenüber der Umgebungs-Mda. zu einer gewissen Einheit zusammenschließen.

Unsere auffallende Sonderentwicklung des Sekundärumlautes, die in diesem vollen Umfang im geschlossenen südbairischen Sprachbereich allein dasteht, läßt sich einigermaßen durch die deutliche landschaftliche Ab- schließung der Bevölkerung dieser Gegend von der Umgebung begreifen, die in früherer Zeit infolge ausgedehnter Versumpfung des linken Etsch- ufers noch viel entschiedener sein mußte als heute. Durch diese Ab- sperrung nach außen war früher eine engere Verbindung der Teile des Gebietes unter sich natürlich. Jetzt wird es durch verschiedene neue Verkehrszüge mehr und mehr in kleine Einzelkörper aufgelöst, die des Rückhaltes an einer größeren Gesamtheit entbehren und darum an ihrer muündartlichen Besonderheit immer stärkere Einbuße erleiden müssen.

Die hier folgende Darstellung der bezüglichen Lauterscheinungen ist nach der Sprechweise der älteren Generation gegeben, in der die ur-

diese aus a, ä durch 7, j oder vor $ hervorgegangen ist. Die Benennung bezieht sich demnach lediglich auf die beiden Umlautsformen, nicht auf deren zeitliche Ent- stehungsfolge.

1) Vgl. darüber Schatz, die tirolische Mda. S. 40. Unsere «-Entsprechung steht in keinem äußeren Zusammenhang mit den andern südbairischen @-Gebieten, dem Stanzer- tal und Patznaun im Nordwesten Tirols, dem östlichen Pustertal von Olang bis zur Tal- enge vor Lienz und dem a-Gebiet in einen großen Teil Kärntens (vgl. Lessiak, P. B. B. XXVIII, S. 77 ff). :

2) Dieser altertümliche Zug unserer Mda. begegnet sonst innerhalb des Südbairischen nur noch im Lesachtal und in Sprachinseln. Im Lesachtal herrschen ähnlich wie bei uns die Dualformen neben dem Plur. In Lusern, den Sieben Gemeinden, Bladen, der Zahre und Gottschee geht der Plur. durch. Vgl. J. Bacher, Die deutsche Sprachinsel Lusern S.188S; P. Lessiak, P.B.B. XXVIII, S.36; Z. 1909, 21; Deutsche Erde XIII, 8.135; J. Bergmann, J. A. Schmellers Cimbrisches Wörterbuch; H. Tschinkel, Grammatik der Gottscheer Mda. S. 268.

Die mittelhochdeutschen Umlauts-e der südbairischen Mundart des Reggelherges. 11

sprünglichen Verhältnisse noch ganz gesund und lebendig erscheinen. Heute herrscht vielfach schon bedeutende Verwirrung, in verschiedenem Grade nach den Gebieten. Die meisten Wörter werden wohl noch durch- gängig so gebraucht wie früher, aber alle Gruppen haben eine empfind- liche Schwächung erlitten. Man kann sagen, daß keine von allen Wort- formen sicher ist, das ein- oder anderemal nach Art der umgebenden Mda. gesprochen zu werden. Es ist zu beobachten, daß viele Leute vor Auswärtigen sich ihrer heimischen Mda. schämen und sie selber als be- sonders »grob und ungebildet: betrachten. Am meisten scheint mir die Gemeinde Aldein gelitten zu haben. In dieser Arbeit sollen insbe- sondere die Verhältnisse in Deutschnofen berücksichtigt werden, die ja in keinem wesentlichen Punkte von Aldein abweichen.

Obwohl die Vertretung des primären Umlautes in unserer Mda. keinerlei Besonderheiten zeigt, soll sie hier ebenfalls. kurz behandelt werden, einmal damit die Darstellung der Umlauts-e geschlossen geboten werde, sodann um die vielfachen Wechselwirkungen beider Umlaute deut- lich werden zu lassen.

Zur Bezeichnung der Laute wird die von Schatz in der Mda. von Imst angewendete und phonetisch bestimmte Umschrift benützt. Unsere Laute sind im wesentlichen dieselben. Zum Zeichen öf sei bemerkt: es vertritt hier in Fällen des sekundären Umlautes (mhd. # gedehnt und mhd, @) manchmal eine abweichende Form, die besser mit ? wiederge- geben würde. Die Artikulationsstelle dieses Lautes liegt zwischen der des e und ö, die e-Qualität ist noch vorhanden, nur von sehr geschlossener Art. Die Öffnung der Mundwinkel und die Spannung in den Lippen ist nicht so deutlich fühlbar wie beim e. Das Zungenblatt ist flach und reicht noch an die untere Zahnreihe heran. Der Laut ist nur bei ge- nauem Aufmerken vom öl zu unterscheiden. Nicht alle Leute sprechen ihn gleich sorgfältig; bei vielen ist er gar nicht, bei manchen nur in gewissen Stellungen zu beobachten. Die Lautabstände sind in allen Fällen so gering, daß die zuverlässige etymologische Bestimmung eines Wortes nach ihnen allein nicht möglich ist. Ich stehe daher von einer. allge- meinen Verwendung des p-Zeichens ab und setze dafür dv.

Wo fremde Arbeiten benutzt wurden, kam auch deren Schreibung zw Anwendung. Die öfter herangezogene Literatur zitiere ich in fol- genden Abkürzungen: eimbr. =J. A. Schmellers Cimbrisches Wörterbuch, hgb. von J. Bergmann; Gottschee = H. Tschinkel, Grammatik der Gottscheer Mda.; Imst = J. Schatz, Die Mda. von Imst; lus. = J. Bacher, Die deutsche Sprachinsel Lusern, Quellen und Forschungen zur Geschichte, Literatur und Sprache Österreichs und seiner Kronländer X.; Pernegg P. Lessiak, Die Mda. von Pernegg in Kärnten, P.B.B. XXVIIL; Schöpf = J. B. Schöpf, Tirolisches Idiotikon; Tarn. I. =J. Tarneller, Die Hofnamen im Burg- grafenamt und in den angrenzenden Gemeinden, 1. und 2. Teil, Archiv für österreichische Geschichte Bd. 100, 1. und 2. Hälfte; Tarn. II. = Die Hofnamen in den alten Kirchspielen Deutschnofen, Eggental und Vels am

12 Peter Pfeifer

Schlern; Die Hofnamen im untern Eisacktal II, Archiv für österr. Ge- schichte Bd. 106, 1. Hälfte und Bd. 109, 1. Hälfte; tir. Mda. = J. Schatz, Die tirolische Mda.; Die wiederholt aus Velturns bei Brixen in Südtirol angeführten Belege (abgek. velt.), entnehme ich dem Buche Bachers über Lusern. Die Beispiele aus St. Veit entstammen der nicht gedruckten, mir zur Verfügung gestellten Arbeit des Dr. phil. L. Mellitzer, Der Voka- lismus der Mda. von St. Veit in Defereggen. wn. = Welschnofen.

1.

A. Mhd. primirem Umlauts-e entspricht mda. 6, gedehnt 67, vor Nasal e, gedehnt ei (vgl. Imst $ 36, Pernegg § 56, Gottschee $ 104). a) pöky Bäcker, pöir Beere, pöt Bett, prenösl Brennessel, dökyn decken, öig! (Blut-) Egel, dig Egge, dk Ecke, öir Ähre, öirl Erle, öirts “Erchtag’ = Dienstag, öl Elle, öf Esche, östora Estrich, ötsıuy Weidestück, föst fest, frötn fretten, mühsam arbeiten, göigy gegen, gröin gerade machen, köft heft, kyöirn kehren, kyöst Kastanie, Iyröits Krätze, löfl Löffel, lösn löschen, möstn mästen, mödsnar Mesner, nögl pl. Nägel, nöls Netz, sölwi schäbig, wöirn wehren u. v. a.

b) Vor {+4 oder Kons.: kyöl Kelle, ksöl Geselle, kšwöln schwellen (trans. und intr.), Smölu knallen, $töln stellen, wöln wollen, öltor Alter, gewölm Gewölbe, hölb Griff eines Beils, einer Hacke u. dgl., Smöltsn schmelzen (trans. u. intr.), Zswölf zwölf, wölgy wälzen (trans. gegenüber wolgy sich wälzen, rollen intr.), u.a.

c) Vor r-Verbindungen: döirn dörren, Spöirn sperren, örgar Ärger, örm erben, örwl Ärmel, förm färben (trans. und intr.), yörwar Gerber (?), Hofname in Eggental, hörwist Herbst, hört hart, hyöirts Kerze, mörkyn merken, möirts März, Sörg Scherge, Swörtsn schwärzen, schmuggeln, wörman wärmen u. a.

d) Vor Nasal: peyky Bänke, pfentn pfänden, plentn blenden, prenan brennen (trans.), tempfm dämpfen, fey link, tsweyon zwängen, ey enge, frem fremd, gowein gewöhnen, hemat Hemd, ‘hen Henne, hent Hinde, kyleman klemmen, Ayenon kennen, Äleyky gelenkig, lemporn lämmern, Lämmer werfen, mens Mensch, nei Großvater (Imst S. 96), öspein ent- wöhnen, spreyan sprengen, seykyn senken, Seykyn schenken, Steman stemmen, Swentsn ein Gefäß durch Schwenken ausspülen; eut: m. Kamin u. a.

e) In der Plur.-Bildung auf ->r, ahd. -ir, der Neutra herrscht der primäre Umlaut vor (vgl. Imst $ 121, Pernegg $ 135a, Gottschee $ 1660): pöidar Bäder, plötar Blätter, klöiser Gläser, yrölsor Gräser, grölwar Gräber, kyölwar Kälber, röldar Räder, pentor Bänder, pfentar Pfänder, empar Ämter, gawentar Gewänder, gatreykyar Getränke (hauptsächlich fürs Vieh), lempar Lämmer, lentor Länder. Eine Anzahl von Fällen weist laut- gesetzlich den sekundären Umlaut auf (vgl. u. S. 17).

f) In zwei Wortgruppen hat sich der primäre Umlaut zum festen Bildungsprinzip entwickelt, ausgehend von Fällen, in denen er organisch entstanden war: 1. In den weiblichen Abstraktbildungen zu Ad): gät

Die mittelhochdeutschen Umlauts-e der siidbairischen Mundart des Reggelberges. 13

Geradheit, kört Härte, kyölt Kälte, ley Länge, nös Nässe, šmöil- Schmal- heit, $wöy Schwäche, swörts Schwärze, wörm Wärme; 2. in der Bildung des Komparativs und Superlativs (Imst § 133, Pernegg § 149, Gottschee § 173): pösor, pöst besser, best, öltor, öltist zu alt, örger, örgist zu arg, örmar, örmist zu arm, fölser, fölsist zu falsch, grölder, gröldist zu gerade, klétar, klétist zu glatt, Ayöltor, hydltist zu kalt, médigarar, miigarist zu mager, nösor nösist zu naß, leyer, leyist zu lang u. a.

B. Dem sekundären Umlaut des a, mhd. ä, entspricht e, gedehnt ö, (vgl. jedoch 0.8. 11), vor Nasalen e? der Mda. Er tritt unter folgenden Be- dingungen auf (Imst $ 37): a) vor hi, hs, hh, ch (< germ. k) (vgl. Pernegg $ 54, la; Gottschee 8 105, 1): ext acht, ext wisn Bescheid wissen (bes. örtlich; wn. axt), heyl Hechel, hörks Bein, pex pl. Bäche, kyröiks Tragvor- richtung, next pl. Nächte, töis Nadelholzast (auch in Flurbezeichnungen). In den folgenden Fällen kann der Umlaut auch aus andern Gründen ein- getreten sein (vgl. die nachfolgenden Bildungsgruppen): gopex. schlechtes Backwerk, der Vorgang des Backens selber, gäer schlechte oder unnütze Arbeit, gəweks Auswuchs (am Körper), klextor Gelächter, fleks Flächse (neben häufigerem flaks; nach Lessiak a. a. O. ein ursprünglicher Plur.) iwarneyti übernächtig, k$mexi schmackhaft, sleytiy schlachten. Bıldungen nach Art der Nachbarmdaa : aks Achse, einheimisch dürfte das viel häufiger verwendete o%s sein, unumgelautet; praks eine Art Beil (vgl. Pernegg a.a. O.), praztn(ən) reden, sich unterhalten, waks schnell, sogleich.

b) Vor L+ Kons. (Pernegg § 54, le; Gottschee § 105, 3): pelg pl. Bälge, hels pl. Hälse, - helti -hältig (in Zusammensetzungen, /z. B. schwefel-, kalk-), 23el f. schwatzhafte Person, ¢se/m ‘klatschen’, ausschwätzen (lus. ischiiln, Schöpf 764), untarheltlo unterhaltend. Einige andere auch hierher zu stellende Beispiele folgen weiter unten.

c) Vor r+ Kons. (Pernegg $ 54, 1b; Gottschee $ 105, 2b). Hier tritt der sekundäre Umlaut ebensowenig regelmäßig auf als vor l+ Kons. Zu beiden Gruppen sind uns oben zahlreiche Gegenstücke mit primärem Umlaut begegnet. Der Grund der Differenzierung ist nicht bekannt: pöirt pl. Bärte (wn. pärt), pöirtsn hervorstehen machen, dazu vielleicht die Flurbezeichnung gəpöirts n. in Eggen (vgl. Pernegg a. a. O. portsoy Jungholz), köirn herumstechen, wühlen (wn. kdrn, Schöpf 176), gerb (in dar —) Hausname in Eggen (in unmittelbarer Nähe des oben genannten Hofes görwoar), gerwar Hofname in Aldein zu germ gerben, kerb knau- serisch, sparsam, höirt Herde (die Umgebungsmda. verlangt diese Zu- teilung, vgl. wn. kārt, Tiers und Sillian harte, also eine Grundform *hartja voraussetzend), dazu höirter Hirte (Tiers hartnar), stér starr (aut- fallend ist der ganz offene lange &-Laut (vgl. unten Fußnote), swermon schwärinen, wöirts-Warze, wwtdarwerti widerwärtig; lerg m. Lärche hat Sekundärumlaut vor einfachem 7. In abweichender Lautform: närn närren, verlocken, tsärn zerren (lus. xerx).

. :_ d) Wenn das umlautwirkende © in der zweitfolgenden Silbe stand (Pernegg § 54, 1d; Guttschee $ 105, 4): öirts Erz, dazu Flurbezeichnungen:

14 Peter Pfeifer.

öirtsolä Erzlahn, öirtsoläspits Erzlahnspitze im Latemar; höigor dürr, mager, kyretmat Kranewitt, kyreimator = Schnaps. Hierher gehören die Bil- dungen mit Suffix -ər (< -äri): hendlor Händler, speyglar Spengler, stetlar ` Städter, ğfeylər Anfänger (in der Schule). Abweichend gebildet ist jagar Jäger (und jdgarn jiigern), jegar in der Bedeutung Kaiserjiger’ ist schrift- sprachlich.

e) Von Stoffadj. auf -an, -arnm (<-/n, -erin) weist bloB stézlarn aus Stahl, das seltener neben stölən vorkommt, sekundären Umlaut aus; die übrigen sind primär umgelautet oder umlautlos (Pernegg § 54, 1 f; Gottschee $ 105, 6).

f) In neutralen Kollektivbildungen auf *-7 (Pernegg § 54, Le; Gott- schee § 105, 5): gagetar(a) zu Gatter, das Eisengitter am Friedhof in Eggen- tal, Alextor Gelächter, klendar Geländer, kyek Genick, gapetsa die kleinen als Futter verwendeten Rüben (wohl zu‘patschen’ gehörig; vgl. Schmeller I, 415), garefl(o) wertloses Zeug, gatdifl Getäfel, Täfelung, gowesor Gewässer.

g) In Adj. auf -7<-2g. Einige Beispiele sind uns bereits begegnet: sefti saftig, örfli eiterig, ferwi färbig, äfelti einfältig, fairtöigi feiertägig, kseftt geschäftig, ksnep? schnippisch, /spöiri sparsam, kärglich, kenti bitter schmeckend (wn. kanti), köirgöiwi freigebig, sölti und söitni schattig (neben soti), todlhefti tadelhaft, wesari wüsserig, wörsni (neben wösni) rasig, @-, lswoa-Spent ein-, zweispiinnig, kefli heftig, frühmorgens an der Arbeit (lus. hefta, wn. hafti), yroasmeyti großmächtig, kseimi verschämt. In Adj. auf -la, -liy (<-lich): wery-, fairtöiglo werk-, feiertäglich, sent/a schiindlich (wn: Santis). Andere Wörter mit